Hier wird die Rechnung unangenehm.
Wissensverlust. Implizites Wissen lässt sich nicht delegieren. Kundenbeziehungen, interne Strukturen, Prozesswissen, Lieferantenkontakte, das hängt alles an der Person. Wenn die ausfällt, hängt es in der Luft. Studien zur Wissenswiederherstellung nach Personalausfall kommen auf 6 bis 12 Monate Einarbeitungszeit für eine vollwertige Nachfolge.
Fluktuationskosten bei Neubesetzung. Kommt die Führungskraft zurück, bleibt der Schaden begrenzt. Kommt sie nicht zurück, wird es teuer.
Fluktuationskosten liegen laut Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände bei 100 bis 150 Prozent des Jahresgehalts, bei Führungskräften oft höher. Bei einem Jahresgehalt von 100.000 Euro sind das 100.000 bis 200.000 Euro Fluktuationskosten zusätzlich.
Teamstabilität und Folgefluktuation. Eine Führungskraft, die ausfällt, hinterlässt ein verunsichertes Team. Erfahrung zeigt: 12 bis 18 Monate nach Verlust einer Führungskraft steigt die Fluktuation im betroffenen Team messbar, oft um 15 bis 25 Prozent. Jede dieser Folgefluktuationen kostet nochmal das eigene Jahresgehalt.
Entscheidungsverzug. Schwer zu beziffern, aber spürbar: Strategische Themen werden vertagt. Projekte verzögern sich. Investitionsentscheidungen werden geschoben. Im Mittelstand mit knapper Führungsdichte trifft das härter als im Konzern.